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1697 Das Fürststift Kempten erläßt für seinen Herrschaftsbereich eine Feuerordnung, in der die Dörfer u. a. Wasserkübel aus Leder, Leinen oder Holz beschaffen mußten. Die Ortshauptmänner (Bürgermeister) waren für die gewissenhafte Einhaltung der Anordnung, verantwortlich. Die Feuerordnung wurde in den späteren Jahrzehnten von den jeweiligen Fürstäbten den Zeiterfordernissen angepaßt.
1804 Nach der Säkularisation (Auflösung des Fürststiftes Kempten) traten staatliche Verordnungen in Kraft. So bestimmte die "Allgemeine Feuer-Ordnung für die Churpfalzbayerische Provinz in Schwaben" in § 55 u. a.: " In jedem Dorf ist auf Kosten der Gemeinde eine Feuertrommel und eine Feuer-Fahne beizuschaffen. Die Trommel wird in dem Hause des Gemeindevorstehers, die Fahne im Pfarr-Kirchturme aufbewahrt. Beide sind bestimmt, ausgebrochenes Feuer sowohl im Ort selbst, als in der Nachbarschaft, so schnell als möglich, bekannt zu machen ... "

1810 Sulzberg erhält eine fahrbare Handdruckspritze, die heute noch gebrauchsfähig zum historischen Fahrzeugbestand der Feuerwehr Sulzberg gehört. Es dürfte sich um eine der ältesten Spritzen weit und breit handeln. Die fast 190 Jahre alte Spritze war auf etlichen Umzügen und Ausstellungen viel bestauntes Objekt. Zu jener Zeit mußte das Löschwasser in Leinenkübeln in einer langen Kette von Männern und Frauen zwischen der Wasserentnahmestelle am Bach oder Weiher zur Spritze am Brandobjekt weiter- gereicht werden. Dort wurde das Wasser in die Spritze geschüttet und durch einen Hanfschlauch in den Brandherd gespritzt. Es war für alle Bewohner "Pflicht", beim Brandlöschen mitzuhelfen. Es galt das Motto "Hilfst Du mir, so helfe ich Dir". Diese "Pflichtfeuerwehr" erfüllte über einen langen Zeitraum ihren Zweck. Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde immer deutlicher, daß nur geübte und engagierte Helfer die immer umfangreicheren und komplizierteren Brandfälle wirksam bekämpfen konnten. So entstand der Gedanke einer "freiwilligen Feuerwehr", deren Mitglieder die Aufgabe der Brandbekämpfung ehrenamtlich übernehmen und damit mit mehr Einsatzfreude und mit der Bereitschaft zur Aus- und Weiterbildung.
1871 Das Königliche Bezirksamt Kempten fordert auch die Marktgemeinde Sulzberg auf, eine freiwillige Feuerwehr anstelle der bestehenden Pflichtfeuerwehr zu gründen. Es sollte drei Jahre dauern, bis die Gründungsversammlung einberufen werden konnte. Der Feuerwehrchronist Matthäus Bertele schildert im Dienstbuch die Verzögerung: " Es fehlte nicht am guten Willen, eine Feuerwehr zu errichten, doch eine epidemische Krankheit (Typhus) und die Erbauung eines neuen Doktorhauses nahmen die Gemeinde finanziell derart in Anspruch, daß zunächst die großen Opfer für die Feuerwehr nicht erbracht werden konnten.

1874 Im Frühjahr gelang es Bürgermeister Ignaz Berkmann, neben einigen jungen, ledigen Burschen vor allem die Veteranen des Krieges von 1870 für die freiwillige Feuerwehr zu begeistern.
Am 12. Juli war es soweit. In einer von Bürgermeister Ignaz Berkmann einberufenen Versammlung wurde die Freiwillige Feuerwehr Sulzberg mit 70 Mitgliedern gegründet.
Die Mitbegründer waren: Franz Josef Guggemoos, Ökonom in Sulzberg, Johann Brutscher, Schneidermeister in Sulzberg, Matthäus Bertele, Müllerssohn in Zipfwang, Wilhelm Sontheim, Zimmermeister in Öschle, Andreas Brutscher, Schreinermeister in Sulzberg.
Am Tag der Vereinsgründung wurden folgende Chargen gewählt:
Vorstand: Ignaz Berkmann, Bürgermeister
Kommandant: Wilhelm Sontheim, Zimmermeister in Öschle
Adjudant: Franz Josef Guggemoos, Ökonom in Sulzberg
1. Obersteiger und Zugführer: Ludwig Sontheim, Zimmermann in Wies
2. Zugführer und Spritzenmeister: Martin Grieser, Steinhauermeister in Sulzberg
3. Spritzenmeister: Johannes Sommer, Söldner in Sulzberg
Rottenführer: Matthäus Bertele, Müllerssohn in Zipfwang, und Baltus Heiligensetzer, Bauerssohn in Eizisried
§1: Der Zweck des Vereins ist: Geordnete Hilfeleistung bei Feuersgefahr. Ordnung, Berufstreue und Brudersinn werden als Grundbedingungen der Mitglieder betrachtet und überwacht.
§2: Den Mitgliedern ist a. durch Übungen die nötige Gewandtheit und Praxis, b. durch gesellschaftliche Zusammenkünfte die nötige Theorie und Bildung beizubringen.
§3: Die freiwillige Feuerwehr teilt sich ein in aktive und passive Mitglieder. Die passiven Mitglieder haben die gleichen Rechte wie die aktiven Mitglieder; nur sind die passiven Mitglieder von den Feuerwehrübungen entbunden, jedoch bei Brandfällen sind sie ebenfalls verpflichtet mitzuwirken und müssen sich verwenden lassen, wo sie verwendet werden können. Als passive Mitglieder können aber nur solche aufgenommen werden, welche das 55. Lebensjahr zurückgelegt haben, oder aus einem anderen Grunde von der Feuerwehrdienstpflicht befreit sind
§4: Die Mitgliedschaft teilt sich ein a. in Steiger, b. in Retter und Ordnungsmänner, c. in Spritzenmänner
§5: Zur Aufnahme in den Verein ist erforderlich: a. unbescholtener Ruf, b. zurückgelegtes 18. Lebensjahr, c. körperliche Befähigung.
§6: Wer in den Verein aufgenommen zu werden wünscht, hat sich persönlich bei einer Übung oder Versammlung zu melden; die Aufnahme erfolgt so dann nach Ablegung des Handgelöbnisses zur Verpflichtung der Vereinsstatuten.
§7: Über die Aufnahme entscheidet lediglich der Verwaltungsrat und ist derselbe nicht verpflichtet, seine Gründe über Verweigerung der Aufnahme anzugeben.
§8: Jedes Mitglied verpflichtet sich im Allgemeinen zur vollkommenen Erfüllung der übernommenen Verbindlichkeit und besonders zur genauen Befolgung der Dienstinstruktion.
§9: Zur Bestreitung der Kosten zu Vereinszwecken besteht eine Vereinskasse.
§10: Die Mittel der Kasse sind a. Vermächtnisse, sowie freiwillige Spenden und Geschenke von Behörden, Feuerversicherungsgesellschaften usw.; b. von jedem Mitgliede 20 Pfennig Monatsbeitrag. Der Monatsbeitrag wird alle 3 Monate an einem dazu bestimmten Tage eingehoben. Zur Erhaltung der Ordnung in Kassa und Buchführung ist pünktliches Erscheinen geboten.
§11: Der Austritt aus dem Verein kann außer dringenden Gründen nur bei der jährlichen Generalversammlung erfolgen, wobei auch die Ausrüstungsgegenstände beim Zeugwart einzuliefern sind.
§12: Die Freiwillige Feuerwehr steht unter Leitung eines aus 9 Mitgliedern zusammengesetzten Verwaltungsrates respektive Ausschusses: 1. aus dem Vorstande, 2. aus dem Kommandanten, 3. aus dem Adjutanten, 4. aus dem Schriftführer, 5. aus dem Kassier, 6. und 7. aus zwei Zugführern, 8. und 9. aus zwei Vertrauensmännern.
§13: Der Verwaltungsrat leitet alle Angelegenheiten des Vereins,' für alle Ausgaben des Vereins muß die Genehmigung desselben eingeholt werden,' nur in dringenden Fällen kann der Vorstand allein kleine Ausgaben anordnen.
§14: Der Verwaltungsrat überwacht die Aufrechterhaltung, sowie den Vollzug der Satzungen und kann mit Recht für seine schwierige Aufgabe die schuldige Ehre und Achtung von Seiten der Mitgliederschaft verlangen.
§15: Übertretungen der Satzungen und des Reglements sind vor dem Verwaltungsrat zu verantworten. Es können Geldstrafen zu Gunsten der Vereinskasse verfügt werden.
§16: Der Vorstand hat sowohl die Beratungen des Ausschusses als auch der Vereinsversammlungen zu leiten, schriftliche Ausfertigungen zu unterzeichnen und überhaupt den Verein nach innen und außen zu vertreten.
§17: Der Kommandant, resp. Hauptmann, leitet die technische Aufgabe des Vereins und ihm sind im Dienste alle Chargen untergeordnet. In Abwesenheit desselben hat der Adjutant in seine Funktion zu treten.
§18: Dem Schriftführer liegt es ob, alle schriftlichen Arbeiten des Vereins zu besorgen.
§19: Der Kassier hat die Einnahmen und Ausgaben des Vereines zu besorgen und alljährlich im Januar Rechnung abzulegen. Bei der Rechnungsablage können Anträge über Regulierung verschiedener Vereinsangelegenheiten usw. zur Tagesordnung kommen.
§20: Der Zeugwart hat die besondere Aufsicht über sämtliche Feuerwehrrequisiten und führt hierüber ein genaues Verzeichnis. Bei vorkommenden Beschädigungen der Requisiten und Armaturen hat der Zeugwart zu bewerkstelligen, daß dieselben wieder in brauchbaren Zustand versetzt werden.
§21: Alle 3 Jahre (im Monat Januar) ist Neuwahl der Chargen und des Ausschusses, wobei absolute Majorität der anwesenden Mitglieder beschlußfähig ist. Bei Stimmengleichheit entscheidet der Vorstand.
§22: Im Falle einer Auflösung des Vereins haben die derzeitigen Mitglieder über das vorhandene Vereinsvermögen zu verfügen. Die dem Vereine angehörigen Utensilien gehen in das Eigentum der Gemeinde über.
§23: Über das Verhalten eines jeden Mitgliedes bei den Übungen oder bei einem Brand entscheiden eigene Reglements. "
Kurz nach der Gründungsversammlung trat die Sulzberger Wehr dem 1868 errichteten Bayerischen Landesfeuerwehrverband bei und beteiligte sich an der ersten Gauversammlung am 11. Oktober 1874 im Landhaus in Kempten. Der Versammlungsleiter schloß die Gauversammlung mit dem Resumee, "daß der Same für unsere gute Sache im Amtsbezirk Kempten kräftig Wurzel geschlagen habe", und wünschte mit Gottes Segen den Feuerwehren allenthalben bestes Gedeihen.
1875 Bei der zweiten Generalversammlung wurde der Küfermeister UIrich Greiß aus Sulzberg zum 2. Zugführer und Spritzenmeister gewählt. Am 15. August ist die Wehr nach Waltenhofen zur ersten Inspektion gerufen worden. Chronist Matthäus Bertele schreibt im Dienstbuch: " Unsere Wehr hat sich in Anbetracht ihrer Jugend ordentlich bewährt. Das Urteillautete: Die Inspektion fiel zur vollen Zufriedenheit aus. Schulübung sowie naßer Angriff mit größter Präzision und Strammheit. "
1876 "Da Vorstand Bürgermeister Berkmann durch die Amtsgeschäfte sehr in Anspruch genommen wird, wurde ein zweiter Vorstand in der Person von Matthäus Bertele aus Zipfwang gewählt. "
1877 Erwerb einer Trägerstandarte. Diese Standarte verblieb über 100 Jahre im Besitz der Feuerwehr. Vor einigen Jahren hat sie einen "Liebhaber" gefunden und ist leider seit dieser Zeit verschollen.
1878 In der vierten Generalversammlung legte der bisherige Kommandant Wilhelm Sontheim sein Amt freiwillig nieder und der bisherige zweite Vereinsvorstand Matthäus Bertele wurde zum neuen Kommandanten gewählt. Franz Josef Guggemoos wurde zum neuen zweiten Vorstand bestimmt. "
1879 "Bei der Generalversammlung trat der 1. Zugführer, Obersteiger Ludwig Sontheim, zurück. An dessen Stelle wurde Johannes Sontheim, Ökonomenssohn in Hitzleberg, gewählt. Ferner ist zurückgetreten Baltus Heiligensetzer. Rottenführer der Ordnungsmannschaft wurde Johann Baptist Geisenhofer. Weiter trat zurück Ulrich Greiß; an seine Stelle trat als 2. Zugführer Andreas Brutscher. Den 2. Spritzenmeister Sommer haben wir durch Tod verloren; an diese Stelle wurde Johannes Wiest, Sulzberg, gewählt. Am 20. 9. hatte unsere Feuerwehr wieder Inspektion. Bezirksvertrer Riß, Kempten sprach der Feuerwehr seine Anerkennung aus".
1880 "Im März hat die freiwillige Feuerwehr um Unterstützung aus Kreismitteln nachgesucht und hat dabei erhalten: eine Schlauchhaspel und eine Anstelleiter mit Stützstangen. Eine Inspektionsfahne wurde aus Distriktsmitteln sowie ein Steigerwagen aus Gemeindemitteln beschafft. Da die freiwillige Feuerwehr sich etwas reduziert hatte, mußte, um sämtliche Geräte zu bedienen, die Pflichtfeuerwehr beschafft werden, welche bei Hauptübungen und Bränden in Aktion zu treten hatte. "
1882 "Die Inspektion am 21. Oktober durch Kreisvertreter Riß und Assistent Mors stellte der Feuerwehr Sulzberg ein gutes Zeugnis aus. "
1883 Bei der Generalversammlung trat Bürgermeister Ignaz Berkmann als Vorstand zurück, an seine Stelle wurde Casimir Schmölz gewählt. "
1885 "Casimir Schmölz wurde auf der Generalversammlung zum Adjutanten gewählt, Franz Josef Guggemoos wurde neuer Vorstand. "
1886 "Bei der Generalversammlung am 2. Januar ist der bisherige Kommandant Matthäus Bertele, nachdem er die Charge 8 Jahre bekleidet hatten aus Geschäftsrücksichten zurückgetreten. Kommandant wurde der 1.  Zugführer Johann Sontheim. An dessen Stelle als Zugführer trat Alois Kramer von Wachsenegg."
1886 "Bei der Generalversammlung am 2. Januar ist der bisherige Kommandant Matthäus Bertele, nachdem er die Charge 8 Jahre bekleidet hatten aus Geschäftsrücksichten zurückgetreten. Kommandant wurde der 1.  Zugführer Johann Sontheim. An dessen Stelle als Zugführer trat Alois Kramer von Wachsenegg."
1887 lm Jahresprotokoll sind alle aktiven Feuerwehrmänner aufgeführt:
Franz Josef Guggemoos, Vorstand Johann Sontheim, Kommandant Andreas Brutscher, Spritzenmeister Johannes Böck, Spritzenmeister Johann Baptist Geisenhofer, Rottenführer Johannes Maut, Hornist Josef Becherer, Hornist Josef Anton Reeß, Standartenträger Josef Bertele, Matthäus Bertele, Ludwig EngstIer, Johann Waibel, Franz Bertele, Theodor Freudling, Johann Stefan, Ludwig Sontheim (Hasenried), Josef Merk, Johann Baptist Sommer, Fidel Herb, Wilhelm BestIer, Mang Feneberg (Ried), Wilhelm Maier (Straß), Anton Hauff, Josef Hörmann, Xaver Steiger (Nägeleried), Josef Maier (Straß), Peter Sutter, Xaver Maier (Unterthannen), Max Frei, Ludwig Weixler (Steingaden), Wilhelm Egger (Hasen), Georg Sontheim (Greuth), Alois Kramer, Johannes Wiest, Josef Steidele, Franz Berger (Straß), Andreas Bertele (Zipfwang), Josef Wirt (Haneberg), Xaver Gebhard, Hugo Feneberg, Johann Würth (Hofstetten), Franz Gabler, Johann Zettler, Lorenz Walter, Josef Waldmann, Josef Maier (Eulen), Albert Reeß, Ludwig Hörmann, Theodor Sontheim (Greuth), Johannes Sontheim (Wies), Josef Feneberg (Burgratz), Michael Wiedemann, Ignaz Hoch, Anton Waibel (Eizisried) und Josef Breu.
Daneben bestand immer noch die Pflichtfeuerwehr mit ca. 50 Mitgliedern, die jedoch nur bei größeren Bränden herangezogen werden mußte.
1893 Die in der Taubstummenanstalt Dillingen gestickte Vereinsfahne erhielt am 7. Mai die kirchliche Weihe. Die nunmehr 106 Jahre alte Vereinsfahne ist heute noch in Gebrauch und gehört zu den dienstältesten Vereinsfahnen. 1992 wurde sie gründlich restauriert. Die Kosten von 8.500,- DM konnten durch Zuschüsse und Spenden gedeckt werden. Unsere altehrwürdige Vereinsfahne wird die Feuerwehr Sulzberg noch viele Jahre begleiten können.
1895 Am 19. Mai tagte die Bezirksversammlung Kempten-Land des Bayerischen Landesfeuerwehrverbandes in Sulzberg.
1900 Mit einjähriger Verspätung feierte die Wehr am 8. Juli das 25 jährige Gründungsjubiläum.


1910 "Die Freiwillige Feuerwehr hat 150 Mitglieder, die Pflichtfeuerwehr 35 Mann."
1911 Der im Gründungsjahr 1874 erbaute Feuerwehrstadel im Friedhof erwies sich im Lauf der Jahre als zu klein und die Marktgemeinde wurde auch von der Obrigkeit zu einem Feuerwehrhaus-Neubau gedrängt. Die Marktgemeinde erwarb sodann von der kath. Kirchenstiftung die Mesmerpoint, PI. Nr. 5 zu 0,35 Tagwerk, um dort ein neues Feuerwehr-Requisitenhaus zu erstellen. Die Gestehungskosten beliefen sich auf 6.651,- Mark. Dieses Feuerwehrgerätehaus, das bis zum Bau des gemeindlichen Bauhofes auch als Unimoggarage fungierte, fiel nach dem Neubau des Feuerwehrhauses nicht der Spitzhacke zum Opfer. Es wurde vor einigen Jahren als sehr gelungenes Beispiel eines ländlichen Feuerwehrhauses in die Denkmalliste aufgenommen.
1914-18 29 aktive Feuerwehrkameraden wurden Opfer des 1. Weltkrieges und kehrten nicht mehr in die Heimat zurück.

1919 Am 15. 10. werden 200 m Hanfdruckschläuche gekauft, Preis 1 m à  6,50 Mark = 1.300,- Mark ! Am 6. 12. wird eine fahrbare Leiter von der Fa. Ewald & Lieb in München zum Preis von 1.200,- Mark erworben. Die Leiter ist noch gebrauchsfähig.
1924 "Nachdem die Wunden des Krieges geheilt waren, konnte am 14. September das 50jährige Jubiläum gefeiert werden. Die Freude war um so größer, als gleichzeitig eine moderne Benzindruckspritze der Firma Magirus - die erste im gesamten Landkreis  Kempten - mit 800 Liter pro Minute und 200 m Schläuchen ausgeliefert wurden. "

Die Kosten betrugen 8.800,- Mark. Der Sulzberger Tradition entsprechend, Gerätschaften der Vorfahren in Ehren zu halten, wurde die Magirus-Spritze von der Maschinistengruppe 1992 sorgfältig und mit viel Liebe zum Detail restauriert und wird bei AussteIlungen und Umzügen entsprechend bestaunt.

1927 Im Ort Ried ist für die 1924 gebildete 2. Kompanie ein Feuerwehrgerätehaus erbaut worden.
1929 Erwerb einer kleinen Motorspritze für 1.935,- Mark
1939-45 16 Kameraden verloren auf den Schlachtfeldern des II. Weltkrieges ihr Leben.
1945 Bei Kriegsende kauft die Marktgemeinde ein "im Dorf verbliebenes" Feuerwehrauto LF 15 Magirus der früheren Wehrmacht.

1949 Ein schwarzer Tag flir die Sulzberger Wehr: Am 8. September verlor der 18jährige Ulrich Keller auf der Fahrt mit dem Feuerwehrauto zum Brandeinsatz nach Fischen, Gemeinde Waltenhofen, sein junges Leben! Unter dem Eindruck dieses tragischen Unglücks wurde auf die Durchflihrung des 75-Jahr-Jubiläums verzichtet.
1955 Das 80jährige Jubiläum feierte die Wehr nachträglich am 18. September mit einer historischen Schauübung. Die alten Spritzen und Leitern von 1810, 1874, 1919, 1924 und 1931 sowie andere alte Gerätschaften und Uniformen ließen die Geschichte der Sulzberger Feuerwehr noch einmal lebendig werden. Die Chronik vermerkt, daß an der Schauübung und am Umzug nicht nur die Feuerwehrka- meraden, sondern auch viele "Zivilisten" in alten Trachten teilgenommen haben.
1961 Beginn der Ausbildung zur Leistungsprilfung unter der Leitung von Hans Müller
1964 Am 26. September konnte ein neues Löschfahrzeug LF 8 mit TS 8 in Dienst gestellt werden. Es löste das altersschwache LF 15 (von 1945) ab, das wegen Platzmangel leider seinen Lebensweg beim Schrotthändler beendete.
1973 Die Freiwillige Feuerwehr Ottacker beschloß in einer Mitgliederversammlung am 6. Februar die Auflösung und den Zusammenschluß mit der Freiwilligen Feuerwehr Sulzberg.
1974 Vom 10. bis 14. Juli wurde das 100jährige Gründungsjubiläum gebührend gefeiert. Im großen Festzelt spielten zum Festauftakt die bekannten Original Oberkrainer Avsenik. Festleiter Johann Kögel schildert in der Feuerwehrchronik die weiteren Festtage: "In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste, wie Landrat Theo Rössert, Schirmherr, MdL Diethei und Scholl, Bürgermeister Hörmann, Kreisbrandrat Klaus und Stadtbrandrat Binai, fand in der Aula der Volksschule ein Festakt statt, den die Musikkapelle Sulzberg umrahmte. Kommandant Alfons Herb überreichte an 24 Jubilare, die mehr als 50 Jahre Mitglieder der Feuerwehr waren, Ehrenurkunden und dankte für ihren selbstlosen Dienst. Nach einem Rückblick von Festleiter Johann Kögel auf die Chronik der freiwilligen Feuerwehr überbrachte Vorstand Josef Hörmann seine Glückwünsche und dankte allen, die zur Durchführung des Festes beigetragen haben. Am Sonntag bewegte sich ein Kirchzug zum Hof der neuen Volksschule, angeführt von der örtlichen Musikkapelle, der sich der Gemeinderat, die Ehrengäste und zahlreiche Feuerwehren anschlossen. Die Feldmesse war außerordentlich gut besucht und wurde von Pfarrer Endres sehr weihevoll gestaltet. Der Festzug am Nachmittag wurde eröffnet durch fünf Vorreiter, die Musikkapelle Sulzberg / Österreich. 15 weitere Musikkapellen und über 40 Feuerwehren beteiligten sich, darunter auch die Feuerwehr Lechaschau / Tirol. Ein imposantes Bild gaben die Festwagen des Trachtenvereins Sulzberg, des TSV Sulzberg, des Schützenvereins Ottacker, des Gartenbauvereins Sulzberg, der Jägerschaft und des SC Ottacker sowie des Schützenvereins und der Landjugend Sulzberg. Auch handgetriebene Löschwagen aus Urgroßvaters Spritzenhaus wurden in " Marsch " gesetzt. Für die Freiwillige Feuerwehr Sulzberg und für die ganze Marktgemeinde waren die Festtage Anlaß kame- radschaftlicher Begegnung und zugleich auch ein besinnlicher Rückblick auf das Feuerwehrgeschehen der letzten 100 Jahre. Der von früheren Generationen übernommene Grundsatz, dem Nächsten in der Not beizustehen, soll auch für die Zukunft richtungweisend sein. " Beginn der Atemschutzausbildung durch Gruppenführer German Fischer.
1975 Die freundschaftlichen Beziehungen eines Sulzberger Bürgers mit einem Angehörigen der Feuerwehr der Stadt Zürich waren Anstoß für eine Kameradschaft mit der Kompagnie 15 - Hard der Feuerwehr Zürich. Seit fast 25 Jahren wird die Freundschaft mit den Schweizer Kameraden bestens gepflegt. Durch zahlreiche gegenseitige Besuche und Begegnungen wird die Freundschaft vertieft und am Leben gehalten. Vor allem für unsere jüngeren Kameraden ist jeweils ein Besuch beim großen Bruder in der Großstadt immer wieder ein besonderes Erlebnis.

1976 Der Vereinsausflug der Freiwilligen Feuerwehr Waischenfeld führte zufällig nach Sulzberg. Es lag nahe, mit dem damaligen Sulzberger Kommandanten Alfons Herb Kontakt aufzunehmen. Bei dem einmaligen Kontakt blieb es nicht - er führte zu einer engen Freundschaft zwischen beiden Wehren. In den 23 Jahren wurden die kameradschaftlichen Bande gefestigt. Jedes Fest oder Jubiläum war Anlaß für einen Besuch und eine Begegnung. Die Fahrten und die gastfreundlichen Aufenthalte im hübschen Städtchen Waischenfeld inmitten der reizvollen Fränkischen Schweiz waren immer interessant und eindrucksvoll.
1979 Das neue Feuerwehrgerätehaus an der Sonthofener Straße konnte am 29. Juli eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden. Die Feuerwehrkameraden haben 3050 unentgeltliche Arbeitsstunden am Bau geleistet und dadurch die Neubaukosten erheblich vermindert.
1983 Das lange Zeit gewünschte Tanklöschfahrzeug TLF 16 erhielt durch Pfarrer Georg Endres den kirchlichen Segen und wurde in die Ob- hut der Feuerwehr übergeben. Das Fahrzeug ist mit Atemschutzgeräten, Schaumrohr, Notstromaggregat, Schneidgerät und Funkgeräten umfassend ausgerüstet.
1984

Dem 110jährigen Gründungstag gedachte die Wehr mit einem Kameradschaftsabend und Ehrungen verdienter Kameraden.

1987 Das 1927 in Ried gebaute Feuerwehrgerätehaus mußte abgebrochen werden, da im Zuge der Flurbereinigung festgestellt wurde, daß sowohl das Gebäudegrundstück wie auch die Zufahrt sich in Privatbesitz befinden. Ein Erwerb war nicht möglich. Nach großem Einsatz von Kommandant Alfons Herb konnte eine Fläche von Gruppenführer Johann Wegmann erworben und  ein neues Gerätehaus erstellt werden. Alle Arbeiten führten die Kameraden der Abt. Ried selbst aus. Beim ersten Schnupperbesuch einer Marktgemeinderatsdelegation in Chailland im französischen Departement Mayenne haben Kommandant Alfons Herb und Vereinsvorsitzender Günther Steinle Kontakt mit der dortigen Feuerwehr (Pompiers) aufgenommen. Im September 1989 besuchten die Kameraden aus Chailland uns in Sulzberg und im Feuerwehrhaus wurde Völkerfreundschaft gefeiert. Im September 1991 erwiderte die Feuerwehr Sulzberg den Besuch und erlebte gemeinsam mit der Musikkapelle Ottacker herrliche Tage in Frankreich. Die überaus herzliche und gastfreundliche Aufnahme in Chailland blieb unvergeßlich. Als unsere Kameraden in Chailland im September 1995 ihr 100jähriges Jubiläum feierten, waren die Sulzberger Wehr gemeinsam mit den Nachbarwehren Moosbach und Untergassen sowie der Musikkapelle Sulzberg Gäste in Chailland. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Sulzberg mit unseren französischen Kameraden.
1994 Das 120jährige Jubiläum konnte mit der kirchlichen Segnung des Mehrzweckfahrzeuges gefeiert werden. Über die Hälfte der Beschaffungs- und Ausrüstungskosten bezahlte die Wehr aus der Vereinskasse. Beim Kameradschaftsabend am 23. 4. konnte mit Anton Schütz ein Vereinsmitglied für 75jährige Vereinstreue geehrt werden. Um auch in der Zukunft die gestellten Aufgaben für die Allgemeinheit meistern zu können, wurde die Jugendfeuerwehr gegründet. Durchschnittlich 10 Jugendliche beweisen, daß der Dienst bei der Feuerwehr eine sinnvolle Freizeitgestaltung bedeutet.
1995 Zum 60. Geburtstag erhielt die frühere Vereinsfahne Ottacker eine gründliche Restaurierung. Die Kosten von 4.900,- DM konnten durch Zuwendungen und Spenden bezahlt werden.
1997 Das neue Löschfahrzeuge LF 8/6 wurde am 8. Mai durch Pfarrer Georg Endres gesegnet, es ersetzt das 33 Jahre alte LF 8, das seinen Dienst trotz bester Pflege nicht mehr erfüllen konnte.
1998 Eine Werbeaktion für fördernde Mitglieder hat über 130 Neuzugänge zu verzeichnen.

1999 Restaurierung des alten Feuerwehrgerätehauses an der Kemptener Straße. Alle historischen Fahrzeuge und Gerätschaften werden künftig dort untergebracht und ausgestellt.